Judith Hopf

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Up
Opening 30/09/2016, 19.00 h

01/10/2016 – 08/01/2017

Up

Museion präsentiert die erste Einzelausstellung von Judith Hopf in einem italienischen Museum.

Judith Hopf nimmt eine einzigartige Position im globalisierten und hypervernetzten Kunstbetrieb ein. Mit ihrem spielerischen Geist dekonstruiert Judith Hopf Sicherheiten und bringt soziale Parameter und Konventionen ins Wanken. Ihr Bewusstsein der eigenen Grenzen äußert sich in Ironie und Selbstironie, in den linkischen Gesten und Verhaltensweisen ihrer Figuren, im Einsatz von Slapstick und bewusst amateurhafter Formensprache sowie in der Verwendung einfachster Materialien. Judith Hopf wurde gerade wegen ihrer einzigartigen, durch die eben genannten Komponenten charakterisierten Position im globalisierten Kunstbetrieb zu einer Ausstellung im Museion eingeladen.

Die in der Passage und im vierten Stock untergebrachte Ausstellung „Up“ umfasst 30 Arbeiten der Künstlerin, und zwar Videos, Skulpturen und Collagen; einige eigens realisierte Arbeiten sowie das gesamte Ausstellungsdesign stehen in einem Dialog mit den Räumen des Museion und seinem Umfeld. Auch die von der Künstlerin konzipierte Einladungskarte stellt eine Beziehung her zum Südtiroler Bergpanorama

In der plastischen Produktion der Künstlerin wird der Humor zu einem Instrument, mit dem die Formensprache der Moderne demontiert wird: Deshalb setzt die Künstlerin animalische Kreaturen ein, die manchmal anthropomorphe Züge annehmen.
Die jüngsten plastischen Arbeiten von Judith Hopf bestehen aus Ziegelsteinen und verweisen durch visuelle Oxymora oder Paradoxa auf physikalische Erfahrungsgrenzen, etwa wenn ein Fußball oder ein Reisekoffer in ihren Bewegungen aufgrund ihrer schweren und soliden Gestalt wie „eingefroren” wirken.

Im Museion sind neben bereits existierenden Arbeiten auch neue Werke zu sehen, die für diesen Anlass entstanden sind. Die Ziegelsteine sind nicht nur der Baustoff für die Skulpturen, sondern werden als architektonische Module für die Ausstellungseinrichtung eingesetzt, indem sie die Räume unterteilen und gleichzeitig als Sockel für die Präsentation einiger Arbeiten dienen.

Die 1969 in Karlsruhe geborene Künstlerin lehrt Freie Bildende Kunst an der Städelschule in Frankfurt. Sie hat in Kunstinstitutionen wie im PRAXES Center for Contemporary Art in Berlin (2014), in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt (2013) oder in der Malmö Konsthall (2012) ausgestellt und nahm an internationalen Großausstellungen wie der documenta 13 in Kassel (2012) und der Biennale in Liverpool (2014) teil. Ihre Arbeiten wurden auf zahlreichen Festivals gezeigt wie den Internationalen Filmfestspielen Berlin (Berlinale) und den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen.

Anlässlich der Ausstellung erscheint im Verlag Mousse Publishing ein dreisprachiger Katalog (it/de/en) mit Texten von Roberto Pinto und Letizia Ragaglia sowie mit einem Interview mit der Künstlerin von Sabeth Buchmann.

Bild: Judith Hopf