Somatechnics
Transparent travellers and obscure nobodies

Somatechnics
Transparent travellers and obscure nobodies

Somatechnics

Transparent travelers and obscure nobodies

25/05 -02/09/2018
Opening 24/05/2018, 19 Uhr


Anlässlich des zehnjährigen Jahrestags der Eröffnung des vom Architekturbüro KSV in Berlin entworfenen Gebäudes am Piero-Siena-Platz setzt sich das Museion mit der eigenen Positionierung auseinander, die das Haus seit seiner Gründung ausgezeichnet: Die Stimulierung des Dialogs zwischen Nord und Süd an der Schnittstelle zwischen Mitteleuropa und dem Mittelmeerraum. Deshalb wurden zehn junge Kuratorinnen und Kuratoren eingeladen, ein Ausstellungskonzept für einen Pavillon Italien-Österreich vorzulegen, das diese Ausrichtung von einem zeitgenössischen Standpunkt aus neu betrachtet.

Das von Simone Frangi kuratierte mehrdimensionale Programm Somatechnics. Transparent travelers and obscure nobodies hat dieses Auswahlverfahren gewonnen. Die Ausstellung stellt Positionen von Künstlerinnen und Künstlern, die in Österreich und Italien und in ihren physischen, administrativen und symbolischen Grenzen arbeiten, in einen Dialog. In diesem Sinn führt Somatechnics den Ansatz des Aktivisten und Politikers Alexander Langer weiter, der in den 1980er und 1990er Jahren gegen das Erwachen von Nativismus und Ethno-Nationalismus im Grenzgebiet zwischen Italien und Österreich kämpfte: Die Ausstellung sieht die in der Region auftretenden ethnischen Konflikte als eine Art Prisma, durch das die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Zusammenlebens von multiethnischen Gesellschaften im zeitgenössischen Europa betrachten werden können.

Das Projekt Somatechnics umfasst eine Ausstellung, ein Performance-Programm und ein public program und untersucht den Prozess der Konstruktion und artifiziellen Herstellung körperlicher Identität in ihrer Beziehung zur sprachlichen Identität und zu multiplen Formen des Zugehörigkeitsgefühls und der Festschreibung, die in unzulässiger Weise eine Eingrenzung unserer Körper auf spezifische Territorien vornehmen wollen. Die Ausstellung untersucht das diagnostische Potenzial verschiedener künstlerischer Medien (Malerei, Installation, Sound-Recherchen, Videoarbeiten und Performance). Somatechnics vereint die Arbeiten von zehn Künstlerinnen und Künstlern, die Kritik sowohl als klinische Aktivität als auch als freudvolle und affirmative Aktivität begreifen, die das Recht auf „Undurchsichtigkeit“ einfordern, und Affektivität als dynamische Antwort gegen Rassenutopien und hegemoniale Geschlechtsstereotypen einsetzen.

Kuratiert von Simone Frangi

Künstlerinnen und Künstler in der Ausstellung: Pauline Boudry (Schweiz, 1972) und Renate Lorenz (Deutschland, 1963); Danilo Correale (Italien, 1982); Adelita Husni Bey (Italien, 1985); Patrizio Di Massimo (Italien, 1983); Ursula Mayer (Österreich, 1970); Sophie Utikal (U.S.A., 1987)

Performance und Public Program: Mercedes Azpilicueta (Argentien, 1981), Marissa Lôbo (Brasilien, 1985), Muna Mussie (Eritrea, 1978)

Somatechnics: Das Auswahlverfahren
Das Projekt ist das Ergebnis eines Auswahlverfahrens, zu der zehn Kuratorinnen und Kuratoren eingeladen wurden. Die Altersgrenze lag bei 45 Jahren. Der Jury gehörten Massimiliano Gioni (Associate Director und Chefkurator im New Museum in New York, künstlerischer Leiter der Fondazione Trussardi in Mailand), Matthias Mühling (Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München) und Letizia Ragaglia (Direktorin Museion) an. Eingeladen wurden – neben Simone Frangi – die Kuratorinnen und Kuratoren Marianne Dobner, Christian Egger, Eva Fabbris, Luca Lo Pinto, Melanie Ohnemus, Paola Nicolin, Lisa Mazza, Jürgen Tabor und Luisa Ziaja

 

Der Katalog von Somatechnics (ita/deu/eng) enthält alle Vorschläge für eine Pavillion Italien – Österreich, die von den zum Auswahlverfahren eingeladenen Kuratorinnen und Kuratoren eingereicht wurden.

 

 

Foto: Pauline Boudry / Renate Lorenz, Telepathic Improvisation, 2016
Collection frac Normandie, courtesy Ellen de Brujine Projects, Amsterdam and Marcelle Alix, Paris