A, b, c...: Lettern im Raum
A, b, c …: Lettern im Raum präsentiert rund 100 Werke der 50er, 60er und 70er Jahre, in denen Buchstaben im Zentrum stehen. Mit einzelnen Werken greift die Ausstellung bis in die 20er Jahre zurück, mit anderen reicht sie bis in die Gegenwart.
Nach 1945 sind im Zusammenhang mit der Visuellen Dichtung besonders die Wiener Gruppe, die brasilianischen Noigandres und einzelne Autoren wie Eugen Gomringer, Franz Mon oder Heinz Gappmayr zu nennen. Andererseits sind es Künstler wie Gastone Novelli, Piero Manzoni oder Alighiero Boetti, welche Buchstaben und Schrift verwenden.
Das Zurückgehen auf Lettern ist Ausdruck der inneren Dynamik der Moderne: die Künstler versuchen, ständig Grenzen zu überschreiten. Die Bild-Text-Fusion ist einer der wichtigen Versuche dieser Art.
Der Rückzug auf bloße Buchstaben ist Ausdruck einer Sprachkrise, die sich in Europa nach 1945 – wie schon nach dem Ersten Weltkrieg - manifestiert. Die Dichter und Künstler misstrauen einer von der Propaganda missbrauchten Sprache und suchen einen Neuanfang.
Die Ausstellung, deren Kurator Andreas Hapkemeyer ist, zeigt einen Teil der Studiensammlung des Museion, die aus Papierarbeiten zum Bild-Text-Bereich besteht. Sie umfasst über 2500 Werke, davon 2000 aus dem Archivio di Nuova Scrittura, welches Paolo Della Grazia (Monza) 1999 dem Museion als Dauerleihgabe überlassen hat, sowie ca. 500 selbst erworbene Arbeiten.
Vollständige Werkliste pdf
Archivio di Nuova Scrittura
Bibliothek
Führungen

