Nicolò Degiorgis, “Heimatkunde”

27/01 – 19/03/2017

Heimatkunde, Fach das in den deutschsprachigen Südtiroler Grundschulen bis in die neunziger Jahre auf dem Lehrplan stand, ist der Titel des ersten Künstlerbuchs von Nicolò Degiorgis in Hinblick auf seinem Projekt Hämetli & Patriae, das im September eröffnet wird.

Die Ausstellung wird sich auf eine dialektische Struktur stützen, indem sie entgegengesetzte Konzepte und Eigenschaften miteinander kommunizieren lässt. Es werden dabei aber auch von zeitgenössischer Kunst offenbar entfernte Orte zueinander in Beziehung gesetzt.

Das Künstlerbuch Heimatkunde ist der erste Baustein dieses Dialogs und wird in Form einer Installation in der Museion Passage und zeitgleich in der Alexander Langer Schule in Bozen ausgestellt. Das Buch ist eine Kopie von Nicolò Degiorgis’ eigener Schulmappe aus der Grundschule. In dieser neuen Edition lädt es aber Schülerinnen und Schüler dazu ein, sich aktiv damit auseinanderzusetzen. Mehrere Klassen der Langer Schule erhalten nämlich eigene Exemplare und können daraus ihre persönliche Heimatkunde-Mappe gestalten.

Den farbigen Originalseiten stellt das Buch somit weiße Seiten gegenüber, die jeder in seiner Muttersprache und aufgrund seiner Vorstellungen oder Visionen ausfüllen kann. Zuerst werden Schülerinnen und Schüler aufgefordert, sich selbst zu beschreiben und dann erweitert sich der Blick auf die Familie, Freunde und Klassenkameraden und damit auf das eigene Umfeld. Das Buch dient als Werkzeug, um eine individuelle geographische und konzeptuelle Schulmappe zu gestalten und auf diesem Weg eine mehrschichtige Vision von dem Ort, in dem man lebt, zu entwickeln.

Das Projekt wird nicht zufällig in der Alexander Langer Schule umgesetzt: Schließlich ist diese Schule ein Beispiel für den Dialog zwischen Schülerinnen und Schülern deutscher und italienischer Muttersprache, die im selben Gebäude untergebracht sind und täglich aufeinandertreffen.

Das Künstlerbuch Heimatkunde erscheint im Rorhof – Verlag

Bild: Nicolò Degiorgis, Heimatkunde, ein Projekt im Rahmen der Ausstellung Hämetli & Patriæ. Foto: Elisa Cappellari