Kingdom of the Ill. Das zweite Kapitel von TECHNO HUMANITIES (2021-2023)

“Lynn Hershman Leeson: Twisted,” 2021, exhibition view: New Museum, New York, Twisted Gravity, 2021, etched plastic, LED lights, Aqua Pulse system, water, wood, cables, wire, and metal hardware, photo: Dario Lasagni, image courtesy of the artist and Bridget Donahue, NYC

Kingdom of the Ill. Das zweite Kapitel von TECHNO HUMANITIES (2021-2023)

Ausstellungsdauer 1. Oktober 2022 – 5. März 2023
Eröffnung30. September 2022
Medienpreview
30. September 2022

 

Die Ausstellung Kingdom of the IlI ist das zweite Kapitel des vom Direktor des Museion Bart van der Heide 2021 mit der Ausstellung TECHNO (11. September 2021 – 16 März 2022) lancierten Langzeitprojekts TECHNO HUMANITIES. Auch in den kommenden Jahren wird TECHNO HUMANITIES sämtliche Räume des Museion bespielen und die gesamte Institution mit einbeziehen. TECHNO HUMANITIES untersucht wie mit Technologie, Ökologie und dem globalen Freihandel verbundene Phänomene untereinander und mit der Art und Weise, wie wir Identität heute erleben, verflochten sind.

Mit Arbeiten und Beiträgen von internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie von Aktivistinnen und Aktivisten aus aller Welt reagiert Kingdom of the Ill auf aktuelle Debatten über Krankheit und Gesundheit, Verschmutzung und Sauberkeit sowie Pflege und Vernachlässigung und stellt sich die Frage wie und von wem festgelegt wird, dass ein Körper krank und gesund ist, wie öffentliche Sozialsysteme und betriebliche Sozialeinrichtungen das Gesundheitswesen in seiner Funktionsweise beeinflussen und wie weitverbreitete Definitionen eines guten Körpers zunichtewerden.

Der Titel der von Sara Cluggish und Pavel S. Pyś kuratierten und vom Studio Diogo Passarinho gestalteten Ausstellung bezieht sich auf den Essay der US-amerikanischen Kritikerin Susan Sonntag Illness as Metaphor (1978) und verweist damit auf eine Recherche, die ausgehend von ihren Überlegungen, die Beziehung zwischen dem Individuum und zeitgenössischen sozialen, betrieblichen und institutionellen Systemen hinterfragt, die auf das Erleben von Pflege und Wohlbefinden einwirken. Kann man angesichts des burnout, der Erschöpfung, der Sparmaßnahmen im öffentlichen Gesundheitswesen, der kapitalistischen Ausbeutung und der mangelnden Unterscheidung zwischen online und offline überhaupt gesund sein?

Die COVID-19-Pandemie hat diese Themen und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Körpers in den Vordergrund gerückt, während erzwungene Kontaktbeschränkungen soziales Verhalten verändert haben und Isolierung für viele kranke Menschen normal geworden ist.

Kingdom of the Ill kodifiziert einen signifikanten Moment, in dem Ungleichheiten offenbar geworden sind, was uns dazu geführt hat, grundlegende Methoden der Gesundheitsversorgung, Hilfsnetzwerke, Wohlbefinden und Freundschaft neu zu überdenken. Aus drei miteinander vernetzten Blickwinkeln erkundet die Ausstellung das neue Verhältnis zwischen Gesundheit und Krankheit: Ökologie (Wie beeinflussen der Klimawandel und die Umweltverschmutzung unsere Überlegungen zu Gesundheit und Krankheit?), Ökonomie (Wie können wir uns angesichts einer Wirtschaftskrise, einer energischen Sparpolitik und der Demontage des Wohlfahrtsstaats eine gemeinsame Zukunft vorstellen? Welche Alternativen für Gesundheit und Wohlbefinden gibt es zu den Modellen einer Privatisierung der Gesundheits- und Pflegeversorgung) und Technologie (Wie können anarchische Ansätze und ziviler Ungehorsam zu neuen Methoden führen? Kann analoge und digitale Technologie Protestformen, Gemeinschaft und demokratische Partizipation ermöglichen?).

Die Ausstellung begleitet ein vom Museion Art Club entwickeltes Rahmenprogramm, das sich auf die mentale Gesundheit konzentriert: Die Debatte über Tod, Krankheit und Gesundheit ist in einer Region wie Trentino-Südtirol, die seit Jahren eine hohe Selbstmordrate aufweist, sehr aktuell. Mit einer mehrtägigen Veranstaltung bietet das Rahmenprogramm Informationen sowie Diskussionen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Künstlerinnen und Künstlern sowie mit anderen Fachleuten an.

Kingdom of the Ill zeigt, unter anderen, Arbeiten von Enrico Boccioletti, Brothers Sick, Nan Goldin e Prescription Addiction Intervention Now, Ian Law (P.A.I.N.), Lynn Hershman Leeson, Adelita Husni-Bey, Carolyn Lazard, Shu Lea Cheang, Mary Maggic, Mattia Marzorati und P. Staff.

TECHNO HUMANITIES 2 Kingdom of the Ill  begleitet eine Recherchegruppe mit Bart van der Heide, Sara Cluggish, Pavel S. Pyś und Frida Carazzato.

 

Kingdom of the Ill. Das zweite Kapitel von TECHNO HUMANITIES (2021-2023)

Kuratiert von Sara Cluggish und Pavel S. Pyś

Ausstellungsgestaltung Diogo Passarinho Studio

Das der Ausstellung gewidmete Publikumsprogramm umfasst Diskussionen, Begegnungen, Filmvorführungen und eine Reihe von Online- und Offline-Veranstaltungen, die im Rahmen des Museion Art Club mit der Unterstützung der Museion Private Founders organisiert werden.

 

 

Pressemitteilung herunterladen

Weitere Informationen und Presseanfragen:

Italy: 
Lara Facco P&C
viale Papiniano 42 | 20123 Milano
+39 02 36565133 | press@larafacco.com
Lara Facco | M. +39 349 2529989 | E. lara@larafacco.com
Claudia Santrolli | M. +39 339 7041657 | E. claudia@larafacco.com
Marta Pedroli | M. +39 347 4155017 | E. marta@larafacco.com

Museion: Cristina Ferretti I cristina.ferretti@museion.it