Highlights des Programms 2026
Die Region durch urbane Kultur gestalten

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#Museiopolis #The Softest Hard
26.11.2025

Das Museion freut sich, sein Programm für 2026 vorzustellen – ein Jahr, in dem sich das Museum erneut als kultureller Impulsgeber für Südtirol positioniert. Zeitgenössische Kunst und Kultur werden hier nicht nur präsentiert: Sie setzen Kräfte sozialer Innovation frei und tragen gemeinsam mit der wachsenden kreativen Community der Region dazu bei, neue gesellschaftliche Modelle zu entwerfen.

Im Jahr 2026 rückt die neue landesweite Kampagne Museiopolis, inspiriert von der Polis als gemeinschaftlichem urbanen Lebensraum, die Bedeutung einer kosmopolitischen Kultur für die Entwicklung der Stadt wie auch des ländlichen Raums in den Mittelpunkt. Durch strategische Kooperationen und Investitionen in kulturelle Infrastrukturen in der gesamten Provinz eröffnet das Programm des Museion neue Wege für lokale Gemeinschaften, stärkt ihre Verbindung zur Zukunft Südtirols und bereichert den Alltag wie auch das kulturelle Besuchserlebnis.

Zentral für diese Ausrichtung ist THE SOFTEST HARD, die Museion-Forschungsreihe, die sich bereits im zweiten Jahr befindet. Sie unterstreicht die Rolle von Kunst als urbane und soziale Praxis sowie als Form gewaltfreien Widerstands. Im Fokus steht das Verständnis von „Sanftheit“ als Stärke, als Grundlage für Demokratie, Solidarität und Empowerment. Als Plattform gemeinsamer Wissensproduktion bildet THE SOFTEST HARD einen Rahmen für die Erkundung künstlerischer Praktiken als Motoren urbanen Handelns, des Gemeinschaffens (Commoning) und gesellschaftlichen Engagements.

Diese Vision wird sichtbar durch ein Ausstellungs- und Projektprogramm, das auf Zusammenarbeit, internationale institutionelle Netzwerke und eine klare sozial orientierte Praxis setzt: Es reicht von Ausstellungen, die durch internationale Kooperationen entwickelt werden, über Outreach-Programme zu Kunst und Gesundheit bis hin zu langfristigen Partnerschaften wie jener mit dem Istituto Centrale per il Restauro – Scuola di Alta Formazione e Studio di Roma e Matera sowie dem Masterprogramm FOAM – Future of Art Museums.

„Das Museion ist sowohl Bewahrer als auch Gestalter kulturellen Erbes. Unsere Aufgabe ist es, dieses Erbe in das lebendige Gefüge der Region einzuweben – nicht als etwas, das aus der Distanz bewahrt wird, sondern als eine Kraft, die sich durch Solidarität, Teilhabe und künstlerische Vorstellungskraft weiterentwickelt. Mit THE SOFTEST HARD und Museiopolis wollen wir die alte Polarität zwischen Zentrum und Peripherie auflösen und ein kulturelles Ökosystem schaffen, in dem Ideen frei zirkulieren. Dafür arbeiten wir jeden Tag – durch unsere Ausstellungen und die eingebettete Arbeit des Museion Art Club, der Museion Academy, unserer Vermittlungsprogramme und institutionellen Partnerschaften.“

— Bart van der Heide, Direktor des Museion

Highlights 2026

Das internationale Ausstellungsprogramm des Museion wird bedeutende künstlerische Stimmen nach Südtirol bringen und Bozen als Sprungbrett für internationale Sichtbarkeit positionieren. Zu den Höhepunkten gehören Präsentationen von Franco Vaccari, Evelyn Taocheng Wang, Som Supaparinya, Rammellzee und Luigi Zuccheri. Diese Ausstellungen erkunden Schnittstellen von Erinnerung, Identität und Transformation und führen zugleich neue zeitgenössische Praktiken ein: Sie feiern Debüts in Italien oder rücken historische Figuren in einen zeitgemäßen, internationalen Diskurs. Durch sein globales Netzwerk und kontinuierliche Forschung nutzt das Museion seine Plattform aktiv, um das Profil dieser Künstler*innen im aktuellen Kunstgeschehen zu stärken und sicherzustellen, dass sowohl aufstrebende als auch historisch bedeutende Positionen neue Relevanz und Aufmerksamkeit erhalten. Im Rahmen der Forschungslinie THE SOFTEST HARD wird auch die Recherche mit dem Schwerpunkt auf Graffiti international weiterverfolgt: im Herbst 2026 eröffnet die zweite Ausgabe der Graffiti-Ausstellung des Museion im Centraal Museum in Utrecht.

Neben diesen Präsentationen wird die Ausstellung What We Carry, die bereits im November 2025 eröffnet wurde und Teil der Kulturolympiade 2026 ist, das Jahr der Olympischen Winterspiele mit einer Reflexion über das Verhältnis von Kunst und Sport, kultureller Identität und lebendigem Erbe feiern.

Der von der Landesabteilung für Italienische Kultur der Provinz Bozen geförderte Piero-Siena-Preis, der ins Leben gerufen wurde, um das lokale Kunstökosystem zu stärken, bietet regionalen Künstler*innen in diesem Jahr die Möglichkeit, sowohl in die Sammlung des Museion als auch in jene einer weiteren Kunstinstitution in Italien, des Castello di Rivoli, aufgenommen zu werden — ein Zeichen, das die Rolle des Museion als Brücke zwischen lokaler Produktion und der umfassenderen italienischen und europäischen Kunstszene bestätigt.

Das Museum setzt sein Engagement für die Weiterentwicklung zeitgenössischer künstlerischer Forschung mit der internationalen Präsentationstour von Lucia Marcucci. Tutto qui? fort. Die erste große Monografie über die einflussreiche visuelle Poetin wurde vom Museion in Zusammenarbeit mit der Ar/Ge Kunst erstellt und vom Italian Council unterstützt. Die Tour läuft von Ende 2025 bis Juni 2026 mit Stationen im In- und Ausland, die Marcuccis radikale Erkundung des Verhältnisses von Wort und Bild hervorheben.

Zahlreiche Bildungs- und Forschungsprojekte stärken das Engagement des Museums für Lehre, künstlerische Recherche und die Ausbildung zukünftiger Kulturschaffender — unter anderem in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen, dem Istituto Centrale per il Restauro – Scuola di Alta Formazione e Studio di Roma e Matera sowie der Università Guglielmo Marconi.

Parallele Programme werden sich im Laufe des Jahres 2026 auf soziales Wohlbefinden, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe konzentrieren. Durch Projekte wie den Museion Art Club und die Museion Academy unterstützt das Museum junge Kreative, fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit und entwickelt neue Formen gemeinschaftlicher Autor*innenschaft.

Diese Initiativen zielen darauf ab, Barrieren zwischen kultureller Produktion und Alltagsleben aufzulösen und das Museion in eine Plattform zu verwandeln, auf der Kreativität, Lernen und Wohlbefinden ineinandergreifen. Aufbauend auf den vergangenen Jahren, umfassen diese lebenslangen Lernpraktiken auch die Programme Im Kontext, Erzähltreff und Museion Ink, die neben vielen weiteren zugänglichen Formaten von der Bildungs- und Vermittlungsabteilung des Museums angeboten werden.