Buchhandlung Kalter König
Sachsalber, Sven
222 Bleistiftzeichnungen von Sven Sachsalber auf Hotelbriefpapieren, die aus dem posthum erschienenen Buch No Drawing No Cry von Martin Kippenberger stammen. Dieses Buch versammelt jene Hotelbriefbögen, die zuvor in den bekannten Bänden Hotel-Hotel und Hotel-Hotel-Hotel mit Kippenbergers Zeichnungen veröffentlicht worden waren. Für die spätere Ausgabe wurden die Zeichnungen auf seine Anweisung hin entfernt, sodass lediglich die Briefköpfe und Logos der Hotels auf ansonsten leeren Seiten sichtbar bleiben.
In einem Gespräch wurde erzählt, dass Sven Sachsalber die Zeichnungen größtenteils abzeichnete, indem er die Blätter Papier auf den Bildschirm seines Computers legte und sie dann übertrug. In vielen Zeichnungen tauchen Werke von Sachsalber selbst auf, wie die Artforum-Serie oder die Performance „Sasmonie“, aber auch Figuren aus seiner Kindheit wie Max und Moritz oder Räuber Hotzenplotz. Eine Zeichnung bildet beispielsweise die „Hands“-Ausstellung ab, die 2014 im Museion stattfand, oder Jane Goodall mit einem Schimpansen. Freunde von Sachsalber haben das Kippenberger-Buch, das als Sammlerstück einen hohen Marktwert hat, für ihn bei einer bekannten New Yorker Galerie (Barbara Gladstone Gallery) besorgt.
Neben dem Buchseiten aus Kippenbergers Publikation No Drawing No Cry hat Sven Sachsalber ein weiteres Briefpapier hinzugefügt: das des französischen Restaurants Lucien (luciennyc.com) im East Village. Das Lucien ist ein wichtiger Treffpunkt der New Yorker Kunstszene – Künstler wie Rudolf Stingel kehren dort regelmäßig ein, und die Galerie Ramiken Crucible hält dort gewöhnlich ihre Eröffnungsdinners ab. Sven war vor allem mit Zac befreundet, dem Sohn des mittlerweile verstorbenen Besitzers, der ihm das Briefpapier überreichte.
Sven war gerne im Lucien: Viele der Angestellten sind selbst Künstler, und der Besitzer lud junge Künstler gelegentlich zum Essen ein. Auch die Neuigkeit, dass Raymond Pettibon einen Assistenten suchte, erreichte Sven Sachsalber erstmals im Lucien.
Sachsalber, Sven
1987 in Südtirol geboren, 2020 in Wien verstorben; lebte zwischen New York und Europa. Nach seinem Abschluss in Betriebswirtschaft in Bologna studierte er 2010 bis 2012 Skulptur bei Professor Richard Wentworth am Royal College of Art in London. 2014 erhielt er den Premio New York vom italienischen Kulturministerium und 2019 den Paul Flora Preis. Seine Werke sind Teil der Sammlung Museion, Bozen, der öffentlichen Sammlung der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol, sowie zahlreicher privater Sammlungen in Europa und den USA.