Das von Museion initiierte und geleitete Forschungsprojekt wurde dank der Finanzierung durch die Abteilung Deutsche Kultur des Landes Südtirol, in Zusammenarbeit mit BAU – Institut für zeitgenössische Kunst und Ökologie (Lisa Mazza und Simone Mair) und im engen Austausch mit der Familie des Künstlers realisiert.
Aus dem Bewusstsein um die Bedeutung des Schaffens des Künstlers – regional wie international – entschied die Institution ein Jahr nach seinem Tod, sein Werk systematisch zu erfassen, zu bewahren und neue Zugänge zu eröffnen. Zwischen 2021 und 2025 wurde das Projekt in mehreren Phasen umgesetzt. In der ersten Phase standen seine Studienzeit in London sowie sein Schaffen und Netzwerk in Europa im Fokus (2009–2013), in der zweiten seine Jahre in New York (2014–2020).
Projekt Datenbank
Die Ausstellung Eine künstlerische Praxis erfassen: ein Forschungsprojekt des Museion (05.12.2025 bis 01.02.2026, Museion Passage), kuratiert von BAU und mit der grafischen Gestaltung von Studio Claudia Polizzi zeichnet den Verlauf dieser Recherche nach.
Die Ausstellung wird von einer Publikation begleitet, die sich als Dispositiv versteht, als Versuch, dem Rechercheprozess gerecht zu werden. Da die Publikation keine streng lineare Leseweise von Vita und vor allem Werk vorgibt, sondern als offenes System funktioniert, treten die einzelnen Elemente in Beziehung zueinander.
Mit der Ausstellung und der Publikation findet die Forschungsarbeit kein Ende; sie sind vielmehr als Gedankenpause zu verstehen – als Moment des Innehaltens und des Ordnens – um auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten an der Aufarbeitung des Werkes dranzubleiben. Nicht, um es zur bloßen Erinnerung verkümmern zu lassen, sondern um es aktiv weiterzuerzählen.
Für weitere Informationen zum Forschungsprojekt über Sven Sachsalber oder um hilfreiche Hinweise und Beiträge zur Forschung zu übermitteln, ist es möglich, die Projektleiterin unter folgender E-Mail-Adresse zu kontaktieren: elena.bini@museion.it
Die Mapping-Parameter
Die Forschung ermöglichte es, eine Zeitleiste zu rekonstruieren, die, die biografische Stationen mit Sachsalbers Lebens- und Arbeitsorten verbindet, in Dialog mit sechs Schlüsselbegriffen, die aus Gesprächen zwischen 2022-2024 mit Wegbegleiter*innen des Künstlers hervorgegangen sind: home, body, time, art, books und friendship (Heimat, Körper, Zeit, Kunst, Bücher und Freundschaft). Diese Begriffe vereinen seine Herangehensweise an Kunst und Leben – eine Grenze, die es für Sven Sachsalber nicht gab – und beschreiben die Themen und Fragen, die ihn beständig beschäftigt haben.
Die Schlüsselbegriffe werden mit den Werken des Künstlers verschränkt, um einen tieferen Einblick in Sachsalbers Denk- und Arbeitsweise zu geben.
Wo komme ich her? Wer und wo sind Heimat, meine Familie?
Wie kann der Körper eines ehemaligen Spitzensportlers mit unermüdlicher Ausdauer zum Instrument und Medium der Kunst werden?
Serialität und Zeit als Dauer und Maßeinheit zwischen Anfang und Ende.
Das tiefe Interesse für das Kunstsystem und seine Geschichte als zentrales Element seines Schaffens.
Bücher als Quelle der Inspiration, aber auch als Medium.
Die Beziehungen zu anderen Menschen und die Freundschaft als Triebkraft seines Seins und Grundmotiv seines künstlerischen Arbeitens und Erfolgs.