TECHNO HUMANITIES ist ein vorerst auf drei Jahre (2021 – 2023) angelegtes, multidisziplinäres Forschungsprojekt mit Ausstellungen, Publikationen und Vermittlungsprogrammen. Das von Direktor Bart van der Heide konzipierte, bisher umfangreichste Experiment des noch jungen Museums, bezieht alle Mitarbeiter*innen und regionale Interessensgemeinschaften mit ein. Wie ein Generalbass dringt es in alle Poren und Ritzen des Museums und schafft eine kreative Atmosphäre, die alle im Haus zu Dialog und Auseinandersetzung einlädt.

Dabei geht TECHNO HUMANITIES den drängenden, existenziellen Fragen eines Weltbürgertums im zeitgenössischen Spannungsfeld zwischen Ökologie, Technologie und Wirtschaft nach. Besonderes Augenmerk gilt den Wechselbeziehungen zwischen Menschen und Technologien, sowie zwischen unbelebter und belebter Natur. TECHNO HUMANITIES untersucht und betrachtet Prozesse in unterschiedlichen Disziplinen und Genres innerhalb zukunftsorientierter Geisteswissenschaften, die nicht das Ego, sondern die Interaktion des Menschen in den Mittelpunkt stellen.

 

Das erste Kapitel von TECHNO HUMANITIES mit dem Titel TECHNO, wurde vom 9. September 2021 bis zum 18. März 2022 präsentiert und behandelte die Themen Freiheit, Erschöpfung und Kompression; Im Rahmen dieses Rechercheprojekts wurde zum ersten Mal eine Ausstellung konzipiert, welche sich mit den Auswirkungen elektronischer Musik außerhalb ihrer subkulturellen Domäne auseinandersetzte. Das zweite Kapitel Kingdom of the Ill wird vom 30. September 2022 bis zum 5. März 2023 gezeigt und setzt sich mit den zeitgenössischen Kräfteverhältnissen auseinander, die einen gesunden oder ungesunden Körper definieren.

Chapter 1

TECHNO trägt Themen zusammen, die sich aus der Konfrontation zwischen Mensch, Ökologie, Technologie und Wirtschaft ergeben. TECHNO umfasst eine internationale Gruppenausstellung, die das gesamte Gebäude des Museums einnehmen wird, ein Rahmenprogramm, einen „Day Rave“ und einen TECHNO Reader – eine Anthologie von Auftragstexten zu Techno und Globalisierung.

Die Ausstellung im Museion kreist um die Begriffe „Freiheit“, „Kompression“ und „Erschöpfung“ und stellt die Techno-Erfahrung in den Mittelpunkt, die hier zu einem Objektiv wird, durch das zeitgenössisches Leben und soziale Ordnung erfasst werden. TECHNO lädt eine internationale Gruppe von Künstler:innen, Denker:innen und Produzent:innen ein, um zu untersuchen, inwieweit – mit Techno verbundene – kulturelle Phänomene mit der Art und Weise verknüpft sind, wie wir heute Identität erfahren.

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Chapter 2

Kingdom of the Ill, untersucht die Beziehung zwischen dem Individuum und zeitgenössischen sozialen, betrieblichen und institutionellen Systemen, die auf das Erleben von Pflege und Wohlbefinden einwirken. Die Ausstellung reagiert auf aktuelle Debatten über Krankheit und Gesundheit, Verschmutzung und Sauberkeit sowie Pflege und Vernachlässigung und stellt sich die Frage, wie und von wem festgelegt wird, ob ein Körper krank oder gesund ist.

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Chapter 3

TBA

Ab September 2023

Zu den einzelnen Projekten von TECHNO HUMANITIES erscheinen Reader im Hatje Cantz Verlag, herausgegeben von Bart van der Heide in Kollaboration mit weiteren Gast-Herausgeber*innen. TECHNO, GLOBALISIERUNG, PANDEMIE (veröffentlicht 2021) [Shop: Hatje Cantz, Museion Shop] Kingdom of the Ill (veröffentlicht 2022).

TECHNO HUMANITIES ist nicht nur als Ausstellungsreihe zu verstehen, sondern als Think Tank und institutionelle Manifestation einer ethischen Praxis. Bei TECHNO HUMANITIES verstärken internationale externe Expert*innen-Teams und Fachleute die Authentizität der behandelten Themen, welche sich in den wechselnden Forschungsgruppen der verschiedenen Kapitel wiederfinden. Ein besonderer Aspekt des Langzeitprojektes ist ferner das Einbeziehen einer aktiven Teilnehmerschaft, regionalen Vertretung und Partnerschaften. Somit kann sich das MUSEION mit TECHNO HUMANITIES als zivilgesellschaftliche Institution positionieren, die Perspektiven der Erkenntnisproduktion, der soziopolitischen Verantwortung und Engagements fördert und unterstützt, welche global sowie regional von Bedeutung sind.

“Das MUSEION als ein junges Haus hat die Chance, schneller als etabliertere Institutionen neue Strukturen zu schaffen und ihre Wirksamkeit auszuprobieren, um Voraussetzungen für das Museum des 21. Jahrhunderts zu schaffen. Das Projekt TECHNO HUMANITIES erfordert eine neue Ausrichtung der Institution in einer globalen Landschaft. Für das MUSEION ist dies nicht nur eine theoretische oder philosophische Diskussion. Da Museen für moderne und zeitgenössische Kunst schon immer innerhalb der Machtverhältnisse bürgerlicher Institutionen agiert haben, können sie diese Verhältnisse von innen heraus untersuchen und verändern. “Praktiziere, was du predigst”, ist für mich der Kern der Identitätskrise, die die Museen derzeit erleben.”

— Bart van der Heide

Weitere Informationen und Presseanfragen:

Museion: Anna Hilber|anna.hilber@museion.it

International Press: Send / Receive
Anne Maier
Tel. +49 170 29 07 585
anne@sendreceive.eu