Adolf Vallazza 100

Ausstellung
Courtesy Archivio Adolf Vallazza. Photo credits: Gianni Berengo Gardin
13.03.—02.06.2024
Teil von

Pressekonferenz und Eröffnung: 13.03.2024, 11:00
Kuratiert von der Museion Passage Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Archivio Vallazza

Das Museion – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Bozen widmet dem Künstler Adolf Vallazza, geboren in St. Ulrich, anlässlich seines 100. Geburtstags eine Hommage. 

Adolf Vallazza, Vogel I, 1988, Skulptur aus Altholz, 232 x 100.5 x 130 cm Sammlung Museion, Foto: Antonio Maniscalco

Die Ausstellung in der Museion Passage wird in Zusammenarbeit mit dem Archivio Adolf Vallazza realisiert und versammelt eine Auswahl von Zeichnungen von den 1960er-Jahren bis zur Gegenwart sowie zehn großformatige abstrakte Holzskulpturen, die zum ersten Mal gemeinsam in einem Museumsraum zu sehen sein werden.

Adolf Vallazza, Entwurf zu Vogel, 1987, Mischtechnik auf Papier, 99 x 100 cm Sammlung Museion, Foto: Augustin Ochsenreiter

Die Ausstellung umfasst im Wesentlichen abstrakt gehaltene Holzskulpturen des Künstlers – Totems, Menhire und Vogelskulpturen, darunter einige Arbeiten aus der Sammlung des Museion – und bietet der breiten Öffentlichkeit zudem Gelegenheit, das grafische Werk Vallazzas von den 1960er-Jahren bis zur Gegenwart kennenzulernen. Der Akt des Zeichnens hat seit jeher seine bildhauerische Arbeit begleitet und begleitet sie noch heute. Die an der Wand und in einer Vitrine präsentierten Zeichnungen und Skizzen weisen unterschiedliche Formate und Techniken auf, bezeugen alle aber die formale Erkundung des Künstlers sowie die räumlichen und symbolischen Beziehungen zwischen seinen Werken.

Für Adolf Vallazza hat die Skulptur wandelbare Bedeutung: Sie ist eine ästhetische Komposition, ein Thron oder mythisches Totem oder auch ein Requisit in einer Tanzperformance. Eine Skulptur stellt somit eine geschichtete Oberfläche dar, in die sich über eine bestimmte Zeit oder Deutung hinausweisende Sinnzusammenhänge und Funktionen eingeschrieben haben – damit verbindet sich zugleich eine Weise, sie der Zeitlichkeit zu entheben und sie mit der Zeit selbst ebenso wie mit dem*der Betrachtenden interagieren zu lassen.

Adolf Vallazza, Totem, 1987, Mischtechnik auf Papier, 44.2 x 61 cm Sammlung Museion, Foto: Gardaphoto s.r.l., Salò

Vallazza begann seine künstlerische Karriere zunächst als Maler, bevor er sich in den 1960er-Jahren der Bildhauerei zuwandte. So verwendete er das Holz alter Scheunen aus Gröden, um das Vergängliche in das Unendliche zu überführen und seinen eindrücklichen Skulpturen Leben einzugeben.

Während der gesamten Dauer der Ausstellung besteht die Möglichkeit, in der Infolounge des Museion zwei Dokumentarfilme über den Künstler anzusehen: Der Erste wurde von Rai Südtirol in deutscher Sprache und der zweite von Lucio Rosa, dem kürzlich verstorbenen großen Fotografen und Dokumentarfilmer, in italienischer Sprache gedreht.

Rahmenprogramm

09.05.2024

Tanzperformance in den Ausstellungsräumen. Präsentiert wird ein Ausschnitt aus Duel, einer Performance der Compagnia Abbondanza/Bertoni in Koproduktion mit Bolzano Danza Tanz Bozen, die 2014 ihre Premiere hatte. Die Performance sieht zwei Tänzer*innen auf der Bühne als Adam und Eva in Interaktion mit einem der großen Totems von Adolf Vallazza.

Adolf Vallazza wurde 1924 in St. Ulrich in Gröden (Bz) als Sohn eines Kunstschmieds und der Tochter des Malers Josef Moroder Lusenberg geboren. In den 1960er-Jahren zeigte er seine Werke in ersten Ausstellungen in Mailand, Turin und Venedig. Kritiker*innen wie Giorgio Mascherpa, Garibaldo Marussi, Giuseppe Marchiori, Paolo Viti und andere suchten sein Atelier auf, publizierten über ihn und luden ihn zu verschiedenen Ausstellungen ein. Zudem entstand in den 1970er-Jahren eine freundschaftliche und berufliche Beziehung zu dem Fotografen Gianni Berengo Gardin. In den 1990er-Jahren wurde Vallazza von Fred Licht, dem damaligen Kurator der Peggy Guggenheim Foundation, zur Teilnahme an diversen Skulpturenausstellungen in Florenz, Turin, Padua und Palermo eingeladen. Im Jahr 2010 zeigte er seine mythischen Throne in der Gruppenausstellung „Keep your seat“, die der Kurator Danilo Eccher in der GAM (Galleria Nazionale di Arte Moderna e Contemporea) in Turin präsentierte. Darüber hinaus war Vallazza in zahlreichen Ausstellungen in Burgen, Kirchen und weiteren historischen Gebäuden im In- und Ausland vertreten. Seit 2016 sind seine Totems, Fabelwesen, Menhire und Throne in dem neuen Showroom in St. Ulrich in Gröden zu sehen und werden von Bewunder*innen, Kritiker*innen und Sammler*innen aus der ganzen Welt aufgesucht.

Adolf Vallazza 100

Ausstellung

Kuratiert von der Museion Passage Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Archivio Vallazza

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In Zusammenarbeit mit
Archivio Adolf Vallazza
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